Lexikon
Dissoziation
Auch bekannt als: dissoziieren, dissoziative Symptome
Kurz erklärt
Dissoziation bezeichnet eine Unterbrechung der normalerweise zusammenhängenden Funktionen von Bewusstsein, Gedächtnis, Wahrnehmung und Identität – häufig als Schutzreaktion auf überwältigende Erfahrungen.
Leichte Formen von Dissoziation kennen viele Menschen, etwa das „Abschalten“ beim Autofahren. Nach Traumatisierungen kann Dissoziation stärker ausgeprägt sein: Betroffene fühlen sich wie neben sich, nehmen die Umgebung als unwirklich wahr (Derealisation), erleben sich selbst als fremd (Depersonalisation) oder haben Erinnerungslücken.
In der Traumatherapie wird darauf geachtet, dass Klientinnen während der Bearbeitung von Erinnerungen ausreichend im Kontakt mit der Gegenwart bleiben. Bei ausgeprägter Dissoziation passen Therapeutinnen das Vorgehen an, etwa durch mehr Stabilisierung oder kleinere Bearbeitungsschritte.