Lexikon
AIP-Modell
Auch bekannt als: Adaptive Informationsverarbeitung, Adaptive Information Processing
Kurz erklärt
Das Modell der adaptiven Informationsverarbeitung (AIP) ist das theoretische Fundament von EMDR. Es geht davon aus, dass belastende Erfahrungen unzureichend verarbeitet gespeichert werden und dadurch heutige Beschwerden auslösen.
Nach dem AIP-Modell verfügt das Gehirn über ein natürliches System, Erfahrungen zu verarbeiten und sinnvoll abzuspeichern. Bei sehr belastenden Erlebnissen kann diese Verarbeitung blockiert sein: Die Erinnerung bleibt mit ihren ursprünglichen Bildern, Gefühlen und Körperempfindungen „eingefroren“ und kann durch Auslöser im Alltag reaktiviert werden.
EMDR soll die Verarbeitung wieder in Gang bringen, sodass die Erinnerung mit hilfreicheren Informationen verknüpft und als vergangen abgespeichert wird. Das Modell ist ein klinisches Arbeitsmodell; seine neurobiologischen Grundlagen werden weiterhin erforscht.