6. Oktober 2026 Unabhängiges Wissen zu EMDR und Traumafolgen
EMDR & Trauma Ratgeber

Lexikon

Arbeitsgedächtnis-Hypothese

Auch bekannt als: Working-Memory-Hypothese, Working Memory Theory

Kurz erklärt

Die Arbeitsgedächtnis-Hypothese erklärt die Wirkung von EMDR damit, dass das gleichzeitige Halten einer Erinnerung und das Ausführen einer zweiten Aufgabe das Arbeitsgedächtnis überlastet – die Erinnerung wird dadurch weniger lebhaft und belastend.

Das Arbeitsgedächtnis kann nur begrenzt viele Informationen gleichzeitig verarbeiten. Wird eine belastende Erinnerung aufgerufen, während man zusätzlich den Augenbewegungen folgt, konkurrieren beide Aufgaben um diese Kapazität. Die Erinnerung kann dadurch nicht in voller Lebendigkeit gehalten werden. Wird sie anschließend wieder abgespeichert, ist sie weniger intensiv und emotional weniger aufgeladen.

Die Hypothese ist in zahlreichen Laborstudien untersucht worden. Diese zeigen, dass auch andere belastende Zusatzaufgaben – etwa Kopfrechnen – ähnliche Effekte haben können. Ob die Arbeitsgedächtnis-Hypothese die gesamte Wirkung von EMDR erklärt, ist offen.